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Pfingsten -
Die Chance zur Versöhnung?

Genau 50 Tage nach Ostern findet das dritte grosse Fest des Christentums statt. In der Bibel wird geschildert, wie der Heilige Geist die Jünger mit verschiedenen Sprachen erfüllte und so die Botschaft Gottes an alle Menschen sandte. Daher wird dieses Fest auch als «Geburtstag der Kirche» betrachtet. Für viele Menschen ist dieses Fest ein Anlass, sich auf Werte wie Barmherzigkeit und Vergebung zu besinnen. Bietet uns das Pfingstfest daher nicht eine ganz besondere Chance zu Versöhnung?

Schuld und Versagen gehören zu unserem Leben. Alles richtig zu machen ist schwierig und nur selten gelingt uns dies. Auch wenn wir um die Verletzlichkeit unserer Mitmenschen wissen, passieren uns trotzdem Missgeschicke oder Wortverfehlungen, die andere verletzen.

 

Es gilt also, im Sinne eines christlichen Menschenbildes als Abbild Gottes und als freier Mensch, der Verantwortung übernimmt, sich mit den gemachten Fehlern auseinanderzusetzen, wo nötig zu verzeihen, loszulassen und umzukehren. Nur so werden Versöhnung und Neuanfänge möglich. Denn im Innersten sehnt sich jeder Mensch nach einem harmonischen Miteinander.

 

Aber was haben zwischenmenschliche Verfehlungen mit Gott zu tun? Jesus sagt:


«Was ihr für einen meiner geringsten Schwestern und Brüder getan habt, das
habt ihr mir getan.» (Mt 25,40).

 

Wir handeln also nicht nach der Botschaft, dem Willen Gottes, sondern wir distanzieren uns von Gottes Willen, wenn wir in unseren Familien, im Arbeitsumfeld, mit Freunden, aber auch im wirtschaftlichen und politischen Engagement rücksichtslos und (un)menschlich handeln. Die Umkehr im Sinne einer Umorientierung und Neuausrichtung auf das Leben aus Gottes Geist heraus muss
langsam, aber stetig in den Alltag des Lebens hineinsickern.

 

Sich Schritt für Schritt in den Versöhnungsweg einzugeben heisst unter anderem, sich mit seinen Lebenserfahrungen auseinandersetzen und in mehreren Prozessen Schritte zur Versöhnung finden.

 

Jemanden um Verzeihung und Vergebung für ein Verschulden zu bitten, stellt bisweilen eine grosse Herausforderung dar, weil man nicht Schwäche zeigen will. Doch das Aussprechen von Fehlverhalten und Schuld ist unverzichtbar für die Versöhnung, weil derjenige, der es ausspricht, mit dem Bekennen den ersten Schritt hin zur Versöhnung geht! So kann vielleicht ein Stück «Heil»-ung und Frieden in uns, mit unseren Mitmenschen oder in unserer Welt erfahrbar werden.

 

Wir laden Sie deshalb herzlich zu unserem ökumenischen Versöhnungsweg ein, mit Samuel Stucki (ref. Pfarrer Derendingen), Corinne Marty (Katechetin) und Carmen Ammann (Religionspädagogin).


• Pfingstsonntag, 23. Mai 2021 um 16.00–18.00 Uhr
• Pfingstmontag, 24. Mai 2021 um 14.00–16.00 Uhr
• Dienstag, 25. Mai 2021 um 18.00–20.00 Uhr


Der Versöhnungsweg findet in der reformierten Kirche in Derendingen statt, kann individuell zu den jeweiligen Zeiten begangen werden und dauert ca. 30 Minuten.


Anmeldungen bitte an Corinne Marty
Tel.: 032 682 23 58; Mail: comarty@bluewin.ch


Wir freuen uns auf Ihren Besuch!


Carmen Ammann, Religionspädagogin

Anders da

Ein freier Tag steht an. Ein Tag des Glaubensfestes. Einer der drei speziellen Festtage der Osterzeit: Christi Himmelfahrt (nach dem Ostertag und dem zehn Tage später folgenden Pfingsttag).


Christi Himmelfahrt: «… ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde. Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.» (Apostelgeschichte, Kapitel 1, Verse 8+9). Das Markusevangelium schreibt einfach, dass Jesus «in den Himmel aufgenommen» wurde» (Mk 16,19).


Die Heilige Schrift verwendet viele Bilder, um das Geheimnis Gottes zu thematisieren. Die Evangelien sind Verkündigungstexte und brauchen dazu auch bildhafte Worte. Die Apostelgeschichte verwendet das Motiv der Wolke, um über das Faktum zu berichten, dass Jesus nicht mehr optisch und akustisch wahrnehmbar war – und doch gegenwärtig durch alle Zeiten bleibt, im geheimnisvollen und ja so oft diskret wirkenden Heiligen Geist.


Am Osterdienstag verstarb im baden-württembergischen Tübingen der bekannte Theologe Hans Küng (geboren 1928 in Sursee). Der Beerdigungsgottesdienst war am Freitag, 16. April (am 16. April war auch der 94. Geburtstag des emeritierten Papstes Benedikt). Die beiden bedeutenden Theologen der vergangenen sechs Jahrzehnte lehrten in den 60er-Jahren eine Zeit lang gemeinsam an der Universität Tübingen. Sie wurden und werden oft einander gegenübergestellt. – Was
schreiben die Beiden zum Fest Christi Himmelfahrt?


Hans Küng schreibt im 1974 erschienenen Buch «Existiert Gott?»:
«’Auferweckung’ meint vielmehr ein die Dimensionen von Raum und Zeit sprengendes Leben in Gottes unsichtbarem, unvergänglichem, unbegreiflichem Bereich: Das ist es, was mit ‘Himmel’ – nicht der Himmel der Astronauten, sondern der Himmel Gottes! – gemeint ist. Mehr ein Hineingehen in die Wirklichkeit als ein Hinausgehen! Auferweckung meint also positiv: Jesus ist nicht ins Nichts hineingestorben, sondern ist im Tod und aus dem Tod in jene unfassbare
und umfassende allerletzte-allererste Wirklichkeit hineingestorben, ja, von jener wirklichsten Wirklichkeit aufgenommen worden, die wir mit dem Namen Gott bezeichnen. Und gerade dies hat nach der Auffassung der ersten Zeugen allgemeine Bedeutung, hat Bedeutung auch für mich. Und wie soll ich Solches im 20. Jahrhundert nach all dem, was wir an religionskritischen Einwänden hören
mussten, glauben können? Die Antwort ist: Ich stehe hier vor einer grundlegenden Alternative, vor der jeder steht, auch der Atheist. Und sogar Ernst Bloch, entschiedener Atheist, wollte die positive Antwort nicht völlig ausschliessen: Da hielte er es mit einem kleinen ‘peut-être’ (vielleicht), da wolle er denn doch auch noch sehen, wie das Nichts oder das ganz Andere sich ausnehme.»

 

Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI. schreibt im zweiten Band seines dreibändigen Werkes «Jesus von Nazareth», erschienen 2011:
«Christentum ist Gegenwart: Gabe und Auftrag, Beschenktwerden mit der inneren Nähe Gottes und – aus dieser heraus – Wirken im Zeugnis für Jesus Christus. In diesem Zusammenhang steht dann die Aussage von der Wolke, die ihn aufnimmt und ihren Blicken entzieht. Die Wolke erinnert uns an die Stunde der Verklärung, in der die helle Wolke auf Jesus und die Jünger fällt (vgl. Mt 17,5; Mk 9,7; Lk 9,34f). Sie erinnert uns an die Stunde der Begegnung Marias mit dem Gottesboten Gabriel, der ihr die ‘Überschattung’ mit der Kraft des Höchsten ankündigt (vgl Lk 1,35). Sie
erinnert uns an das heilige Gotteszelt des Alten Bundes, in dem die Wolke Zeichen der Gegenwart des Herrn ist (vgl. Ex 40,34f), der auch auf der Wüstenwanderung Israel als Wolke vorangeht (vgl. Ex 13,21f). Die Rede von der Wolke ist ganz eindeutig theologische Rede. Sie stellt das Entschwinden Jesu nicht als Reise zu den Sternen, sondern als Eintreten ins Geheimnis Gottes dar. Damit ist eine ganz andere Grössenordnung, eine andere Dimension des Seins angesprochen.»


Christi Himmelfahrt – auf dem Weg zu Pfingsten. Jesus ist bleiben da – anders da. Er hat in seiner ganzen Person, in seinem unvergleichlichen Denken, Reden und Tun uns von dieser ganz anderen Dimension, von der Dimension Gottes erzählt. Er ist uns mit seinen Worten und Taten, mit seinem ganzen Sein Ermutigung und Lebenshilfe. Er ist mit uns. Er ist da. Er ist anders da.

 

Beat Kaufmann, Pastoralraumpfarrer

Blühen und wachsen

Er ist zu finden auf Wiesen, in lichten Wäldern, an Wegrändern und auch in unseren Gärten siedelt er sich selber an. Sein Name verrät etwas von seiner Schönheit und Leuchtkraft und er heisst: Taraxacum = Löwenzahn. Der Löwenzahn ist ein gelbleuchtendes, kostbares Geschenk der Natur.

 

Im Frühling, so sagt der Volksmund, hilft er den Honigbienen wieder fit zu werden. Wir Menschen schätzen den Löwenzahn wegen seiner heilenden Wirkung und geniessen ihn als kulinarische Spezialität. Die Pfahlwurzeln dieses goldgelben Blütenwunders, dringen tief in die Erde hinein und ihre Vitalität zeigt sich darin, dass die leuchtende Blütenpracht ihre Samen, in Form von kleinen „Fallschirmchen“, vom Wind verwehen lassen. Manchmal werden diese Schirmchen vom Wind auch hin- und hergetrieben, tanzen in der Luft, verteilen sich und lassen neue Blumen wachsen und blühen.

Viele Menschen fühlen sich in der bereits schon lange andauernden Pandemie, wie die Samen des Löwenzahns, hin und hergetrieben. Es sind zwiespältige Gefühle, denen wir in dieser Zeit ausge-setzt sind:

 

Sorge um Mitmenschen – Angst um die eigene Gesundheit.   

 

Hoffnung auf Veränderung – Resignation, weil alles anders ist.

 

Hilfe leisten können – reichen die Kräfte?

 

Zeit für sich selber haben – auf sich selbst zurückgeworfen sein.

 

Aber nicht allein hin- und hergetriebene Gefühle erfahren wir in dieser Zeit. Wie die kleinen «Löwenzahnfallschirmchen», die aus dem Boden neues entstehen lassen, wächst auch in unserem Dasein neues. Da ist zum Beispiel der oft genannte neue Gruss «Bleib gesund!».

In dieser globalen Erschütterung, in der wir gerade leben, wünsche ich Ihnen natürlich auch «bleiben Sie gesund!»  und ich wünsche Ihnen ganz besonders, dass Gott sie behütet – behütet vor Krankheit, Einsamkeit, Angst und Resignation, damit Hoffnung und Zuversicht aus dem Boden des Glaubens wachsen können.

Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, sich ab und zu hin- und hergetrieben fühlen, wünsche ich Ihnen, dass Sie darauf vertrauen können, dass die Liebe Gottes auch in Ihnen neues wachsen und blühen lässt!

 

Annelise Camenzind-Wermelinger, Pfarreiseelsorgerin Luterbach/Derendingen

Jugendevent "Höhenflüge"

In diesem Jahr starten wir im Pastoralraum Wasseramt Ost mit neuen Angeboten für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 16 und 25 Jahren. Die Jugend-Events vereinen  gemütliches Unterwegssein, Natur, Action und Spass mit einem schlichten Gottesdienst an einem ganz besonderen Ort. Die ideale Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen und mit Gleichaltrigen einen coolen Sonntag zu verbringen.


Ende April steht der erste Event an – mit dem Motto «Höhenflüge». Für Höhenflüge werden nicht nur die Aussichten vom Balmberg und vom Weissenstein sorgen, sondern auch das abenteuerliche Programm.


Wir freuen uns!


Carmen Ammann & Pascal Eng

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Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) ruft zusammen mit der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) in Zeiten der Coronavirus-Krise zu einem gemeinsamen Zeichen der Hoffnung auf

 

Die evangelisch-reformierte Kirche und die römisch-katholische Kirche in der Schweiz wollen in Zeiten der Coronavirus-Krise zusammen ein Zeichen der Verbundenheit, Gemeinschaft und Hoffnung setzen. Bis Gründonnerstag sollen im ganzen Land jeweils am Donnerstagabend um 20 Uhr Kerzen auf den Fenstersimsen entzündet werden. Die Menschen sind zum gemeinsamen Gebet eingeladen.

 

Ökumenische Aktion: Gemeinsam beten und Kerzen anzünden

Um ein Zeichen der Hoffnung und der Verbundenheit zu setzen, rufen die SBK und die EKS in einer gemeinsamen Botschaft alle Gläubigen auf, jeweils donnerstags um 20 Uhr eine Kerze anzuzünden und sie sichtbar vor einem Fenster ihres Hauses oder ihrer Wohnung zu platzieren und etwas zu beten, beispielsweise ein Vaterunser: für die am Virus Erkrankten, für die im Gesundheitswesen Arbeitenden und für alle Menschen, die angesichts der aktuellen Lage zu vereinsamen drohen.

 

«Für sie alle bitten wir um Gottes Beistand und drücken so unsere Verbundenheit mit ihnen aus», so der Präsident der SBK, Mgr. DDr. Felix Gmür.

 

Ein Lichtermeer der Hoffnung soll sich so durch das ganze Land ziehen. Diese Aktion dauert bis Gründonnerstag.

 

«Kirche ist mehr als ein Haus – sie ist ein Auftrag, für einander zu sorgen, in der Bedrohung jetzt erst recht», sagt der Präsident der EKS, Dr. Gottfried Locher.

 

Ökumenische Aktion: Gemeinsam die Glocken läuten

Die Sorge um die Menschen in unserem Land geht weiter: An Gründonnerstag sollen zum Abendgebet um 20 Uhr alle Glocken der beiden Kirchen läuten, ebenso am Ostersonntag.

 

Freiburg, 18.3.2020

Dr. Erwin Tanner-Tiziani

Generalsekretär