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Kerzensegnung zu

Maria Lichtmess

Zu Maria Lichtmess, dem Fest der Darstellung des Herrn, ist es Brauch, dass im Gottesdienst Kerzen gesegnet werden. Einerseits sind dies Kerzen, die während des Jahres zur Feier der Gottesdienste verwendet werden, sowie die Kerzen, die von den Pfarreiangehörigen zu der Feier mitgebracht werden, um danach in ihrem Zuhause Licht und Wärme zu spenden.

 

Aus der Kerzensegnung und der Lichterprozession am Beginn dieses Festes, hat sich der alte Name Mariä Lichtmess entwickelt. In einer heidnischen Sühneprozession, die alle fünf Jahre in Rom abgehalten wurde und später verchristlicht wurde, liegt der Ursprung dieses Brauches. Mit dem Fest feiert man seit dem 4. Jahrhundert das heller Werden des Tages und die gesegneten Kerzen sollten in früherer Zeit vor allem das Gebetbuch beleuchten und als Wetterkerzen Unwetter abwehren.

 

Der alttestamentliche Bezug zur Darstellung des Herrn begründet sich durch zwei jüdische Traditionen. Als Erstgeborener sollte Jesus im Tempel «dargestellt» und von seinen Eltern ausgelöst werden. Laut Lukasevangelium ging Maria aber auch zum Tempel, um sich nach der Geburt von Jesus reinigen zu lassen, was damals üblich war. Daher lag der Fokus dieses Festes lange Zeit eher auf der Reinigung Marias. Erst später wurde die Darstellung des Herrn wieder als die primäre religiöse Handlung im Tempel wahrgenommen und Jesus als Licht der Welt zum Ausdruck gebracht. Licht war immer wichtig für die Menschen und in dieser Zeit der vielen Unsicherheiten, wird die Sehnsucht nach dem Licht vermehrt spürbar. Die dunklen Wegstrecken unseres Lebens lassen sich aus der Erfahrung, dass das Licht stärker ist, bewältigen.

 

Blasius-Segen

 

Im Kopf ist der Verstand zuhause, im Herzen wohnt die Liebe. Kopf und Herz müssen in Verbindung bleiben, damit wir uns von dem, was wir wahrnehmen, auch berühren lassen. Nichts soll im Hals, der engsten Stelle zwischen Kopf und Herz stecken bleiben – das war auch dem heiligen Blasius bekannt. Wenn der Blasius-Segen gespendet wird, macht das die Ärzte nicht überflüssig. Jedoch kann dieser Segen helfen, das Leben als Geschenk Gotts anzunehmen, auch dann, wenn es gesundheitlich schwierig wird, darauf zu vertrauen, dass Gott uns begleitend beisteht.

 

Pfarreiseelsorgerin Annelise Camenzind-Wermelinger, Luterbach und Derendingen

Weltgebetswoche für die
Einheit der Christen

In wie vielen Dörfern stehen evangelische und katholische Kirchen und manchmal auch weitere christliche Kirchen oft nahe beieinander – oder die eine im Zentrum, eine andere an der Peripherie, je nach Geschichte eines Ortes. Selten in der Schweiz sind Kirchen, die von katholischen und evangelischen Gemeinden im selben Ort gemeinsam genutzt werden (die meisten sind im Kanton Thurgau, z. B. Ermatingen). Im Elsass befahl interessanterweise die Monarchie im 16. Jh. Kirchen gemeinsam zu nutzen. Dort gibt es sogenannte Simultankirchen, welche von evangelischen und katholischen Christen gemeinsam genutzt werden. Es sind noch heute 50 Kirchen. Albert Schweitzer (1875 – 1965), gebürtiger Elsässer, schreibt in seinen Erinnerungen «Aus meiner Kindheit und Jugendzeit»: «Noch eins habe ich aus der zugleich protestantischen und katholischen Kirche mit ins Leben hineingenommen: religiöse Versöhnlichkeit. … Als Kind schon empfand ich es als etwas Schönes, dass in unserem Dorfe Katholiken und Protestanten in derselben Kirche Gottesdienste feierten. … Ich möchte wünschen, dass alle noch beiden Konfessionen gemeinschaftlichen Kirchen des Elsasses als solche erhalten bleiben, als eine Prophezeiung und eine Mahnung auf eine Zukunft der religiösen Eintracht, auf die wir den Sinn gerichtet halten müssen, wenn wir wahrhaft Christen sind.» Wenn ich an gewisse Geschichten denke, die betagte noch lebenden Leute aus unseren Dörfern auch hier im Wasseramt von ihren Beobachtungen oder Erfahrungen erzählen, wie manchmal Katholiken und Reformierte übereinander gesprochen oder miteinander umgegangen sind, dann hat sich in den letzten 60 Jahren Vieles zum Guten und Schönen entwickelt.

 

Länger als ein Jahrhundert schon (oder erst!) gibt es die weltweite ökumenische Initiative der gemeinsamen Gebetswoche um die Einheit der Christen. Es ist ja ein Anliegen Jesu: «… ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.» (Joh 17,20+21). Wie nötig ist es, in den Tragödien der Gegenwart (Unglaube, Orientierungslosigkeit in der Pandemie, Flüchtlingsbewegungen mit jahrzehntelangem Sterben im Mittelmeer, Populismus, Unfriede, Unehrlichkeit in der Wirtschaft, Umweltproblematik), dass die Christinnen und Christen mit geeinter Stimme und geeinten Kräften in unsere Zeit hineinwirken und ihre Kirchen und Gemeinschaften sich nicht in internen Grabendiskussionen und endlosen Strukturexperimenten, die zweitraubende Sitzungen erfordern, Kräfte verpuffen.

 

Zum Motto der diesjährigen Gebetswoche

 

In der Homepage der «Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen» www.oekumene-ack.de ist eine gute Hinführung zur diesjährigen Weltgebetswoche für die Einheit der Christen zu lesen: «Das gewählte Thema „Bleibt in meiner Liebe und ihr werdet reiche Frucht bringen“ basiert auf Joh 15,1–17 und geht zurück auf die Berufung der Schwestern-Gemeinschaft von Grandchamp (am Neuenburgersee) zu Gebet, Versöhnung und Einheit in der Kirche und der Menschheitsfamilie.

 

Das Motto der diesjährigen Gebetswoche geht von den unterschiedlichen Facetten des johanneischen Wortes aus: ein Leben im Einklang mit sich selbst, mit der Gemeinschaft, in die jede und jeder Einzelne gestellt ist und mit Gott. In Gottes Liebe zu bleiben heißt zunächst, mit sich selbst versöhnt zu werden. In Christus zu bleiben ist eine innere Haltung, die im Laufe der Zeit wächst. Sie kann vom Kampf um das Lebensnotwendige überholt werden und wird durch die Ablenkungen, den Lärm, die Hektik und die Herausforderungen des Lebens bedroht. Jesu Wort und seine Liebe befähigen zur Nächstenliebe: zur Liebe derjenigen, die uns als Christinnen und Christen anvertraut sind, aber auch zur Liebe zu anderen christlichen Traditionen. Durch das Bleiben in Christus wachsen so Früchte der Solidarität und des Zeugnisses. Spiritualität und Solidarität sind untrennbar miteinander verbunden. Wer in Christus bleibt, empfängt die Kraft und die Weisheit, ungerechte und unterdrückende Strukturen zu bekämpfen, einander als Brüder und Schwestern in der einen Menschheitsfamilie zu erkennen und eine neue Lebensweise zu schaffen, die von Respekt und Gemeinschaft mit der ganzen Schöpfung geprägt ist.

Einklang mit sich selbst, mit Gott und den Nächsten ist damit der bleibende Auftrag, an den uns die Texte der Gebetswoche 2021 erinnern.»

 

Ich wünsche uns für die Einheitswoche Gebetszeiten mit Folgen.

 

Beat Kaufmann, Pastoralraumpfarrer

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Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) ruft zusammen mit der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) in Zeiten der Coronavirus-Krise zu einem gemeinsamen Zeichen der Hoffnung auf

 

Die evangelisch-reformierte Kirche und die römisch-katholische Kirche in der Schweiz wollen in Zeiten der Coronavirus-Krise zusammen ein Zeichen der Verbundenheit, Gemeinschaft und Hoffnung setzen. Bis Gründonnerstag sollen im ganzen Land jeweils am Donnerstagabend um 20 Uhr Kerzen auf den Fenstersimsen entzündet werden. Die Menschen sind zum gemeinsamen Gebet eingeladen.

 

Ökumenische Aktion: Gemeinsam beten und Kerzen anzünden

Um ein Zeichen der Hoffnung und der Verbundenheit zu setzen, rufen die SBK und die EKS in einer gemeinsamen Botschaft alle Gläubigen auf, jeweils donnerstags um 20 Uhr eine Kerze anzuzünden und sie sichtbar vor einem Fenster ihres Hauses oder ihrer Wohnung zu platzieren und etwas zu beten, beispielsweise ein Vaterunser: für die am Virus Erkrankten, für die im Gesundheitswesen Arbeitenden und für alle Menschen, die angesichts der aktuellen Lage zu vereinsamen drohen.

 

«Für sie alle bitten wir um Gottes Beistand und drücken so unsere Verbundenheit mit ihnen aus», so der Präsident der SBK, Mgr. DDr. Felix Gmür.

 

Ein Lichtermeer der Hoffnung soll sich so durch das ganze Land ziehen. Diese Aktion dauert bis Gründonnerstag.

 

«Kirche ist mehr als ein Haus – sie ist ein Auftrag, für einander zu sorgen, in der Bedrohung jetzt erst recht», sagt der Präsident der EKS, Dr. Gottfried Locher.

 

Ökumenische Aktion: Gemeinsam die Glocken läuten

Die Sorge um die Menschen in unserem Land geht weiter: An Gründonnerstag sollen zum Abendgebet um 20 Uhr alle Glocken der beiden Kirchen läuten, ebenso am Ostersonntag.

 

Freiburg, 18.3.2020

Dr. Erwin Tanner-Tiziani

Generalsekretär