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Etwas andere Weihnachten

Diese Weihnachten sind aus bekannten Gründen irgendwie halt doch etwas anders. Aber eines bleibt: Weihnachten feiert das Kommen Gottes. Darum eine etwas andere Weihnachtsgeschichte:

 

Jetzt kann Gott kommen

 

Ein Mann erfuhr, dass Gott zu ihm kommen wollte. Da wurde er schrecklich nervös. «Zu mir?» rief er. «In mein Haus?»

 

Und er rannte in alle Zimmer, er lief die Treppen rauf und runter, er kletterte zum Dachboden hinauf, er stieg in den Keller hinab – und sah sein Haus mit anderen Augen.


«Unmöglich!», jammerte er. «In diesem Dreckstall kann ich keinen Besuch empfangen, schon gar nicht Gott! Alles voller Gerümpel. Kein Platz zum Ausruhen. Keine Luft zum Atmen.»


Also riss er alle Fenster und Türen auf und rief hinaus: «Freunde, Leute! Helft mir aufräumen – irgendjemand, bitte! Aber schnell!»


Er macht sich sofort daran, sein Haus zu putzen. Durch die dicken Staubwolken sah er, dass ihm tatsächlich jemand zu Hilfe gekommen war, worüber der Mann mehr als dankbar war. Sie schleppten gemeinsam das Gerümpel hinter das Haus, schlugen es klein und verbrannten es. Sie schrubbten die Treppen und Böden. Sie brauchten viele Kübel Wasser, um die Fenster zu putzen. Und noch immer klebte der Dreck an allen Ecken und Enden.


«Das schaffen wir nie!», schnaufte der Mann.


«Doch, das schaffen wir», sagte die andere.


Sie plagten sich den ganzen Tag. Und tatsächlich waren sie spät am Abend fertig. Sie gingen in die Küche und der Mann deckte den Tisch.


«So» sagte er, «jetzt kann er kommen, mein Besuch! Jetzt kann Gott kommen. Wo er nur bleibt?»


«Aber ich bin ja da», sagte die andere und setzte sich an den Tisch. «Komm, und iss mit mir.»


Von Lene Mayer-Skumanz, leicht umgeschrieben, eingesandt von einem «Zeit zu leben»-Leser

 

Das ganze Seelsorge-Team wünscht Ihnen ein frohes Fest der Geburt unseres Herrn Jesus Christus, besinnliche Festtage und Gottes Segen mit guter Gesundheit im 2021!
 

Ein Licht der Hoffnung

Ein kurzes Flackern der Wohnzimmerlampe, dann wird es dunkel. Auch von der Strasse kommt kein Licht mehr. Keine erleuchteten Fenster in der Nachbarschaft. Stromausfall. Ein vorsichtiges Tasten, bloss nirgendwo anstoßen. Auf dem Tisch steht eine Kerze. Soviel weiss ich noch. Aber wo sind die Streichhölzer? Endlich finden die Finger die kleine Schachtel. Vorsichtig aufziehen, damit die Streichhölzer nicht herausfallen, falls ich die Schachtel falsch herum halte. Dann ein Streichholz mit spitzen Fingern herausholen, anzünden. Endlich wieder ein kleiner Schein in der Dunkelheit. Und dann brennt wenigstens eine Kerze.

 

Es ist so selbstverständlich geworden, dass wir jederzeit und überall Licht haben. Der Griff zum Lichtschalter reicht, damit es hell wird. Und auf den Strassen leuchten so viele Lichter, dass die Sterne am Himmel kaum noch eine Chance haben, gesehen und bewundert zu werden. Aber ein Stromausfall macht deutlich, wie hilflos wir ohne Licht im Dunkeln sind. Es fehlt uns die Orien-tierung. Völlige Finsternis hat etwas Beklemmendes und etwas Beängstigendes. Aber Licht benötigen wir nicht nur, um uns bewegen zu können.

 

Licht benötigen wir auch für unser inneres Wohlbefinden. Und mit unserer Sprache bringen wir es zum Ausdruck. Wenn es hell und licht in uns ist, dann fühlen wir uns auf der Sonnenseite des Lebens. Wir strahlen Freude aus und die Augen leuchten. Manchmal fällt es einem erst auf, wenn das Licht fehlt. Dann ist das Herz verdunkelt, die Seele betrübt und auf dem Gemüt liegt ein Schatten.

 

Aber Gott bringt Licht ins Leben, Wärme und Geborgenheit, Erkenntnis und Lebensfreude. Denn Gott wendet sich den Menschen zu. Geht ihnen nach. Lässt sie auch im Finstern nicht allein.

Manchmal fällt es mir leicht, Gott sein Lichtsein zu glauben. Wenn im Sommer die Sonne mit aller Kraft strahlt. Wenn die Natur mit ihren starken Farben mein Herz aufblühen lässt.

 

Dann wieder fällt es mir schwer. Dann strahlt Gott nicht für mich, sondern bleibt dunkel. Weil auch das Leben mir dunkel erscheint. Gottes Licht bleibt mir manchmal verborgen.

 

Auch Jesus, dem Gott besonders nahe war, hat nicht immer dieses Licht gesehen. Im Garten Gethsemane ringt er vor seinem Tod um Gottes Beistand. Kein Wunder, dass die Evangelien davon berichten, wie sich eine große Finsternis über das Land legt.

 

Und diesen Jesus von Nazareth, der selbst erlebt hat, wie Gott sich ihm verdunkelt, lässt der Evangelist Johannes selber sagen:

«Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.» (Johannes 8,12)

 

Augenblicklich liegt auch über unserer Welt eine Finsternis. Abstand einhalten, Maskentragen, Veranstaltungen werden abgesagt, Familienfeiern sollen vertagt werden – ja es scheint beinahe so als ob die Welt still steht in der Dunkelheit.

 

Möge Gottes Licht für uns alle in dieser schwierigen Zeit besonders hell scheinen:

 

Guter Gott, lass uns Licht bringen, wo es dunkel ist.

Lass uns Licht bringen, wo jemand die Orientierung verloren hat.

Lass uns Licht bringen, wo der Tod der Liebe erlebt wird.

Lass uns Licht bringen, wo der Weg verbaut ist.

Lass uns Licht bringen, wo die Richtung nicht mehr stimmt.

Lass uns Licht bringen, wo die Hoffnung erloschen ist.

Gott, du Vater des Lichts, die ganze Schöpfung braucht dein Leben spendendes Licht,

damit sie leben und sich entfalten kann.

Wir brauchen dein Licht zum Leben.

Gott, schenke uns dieses Licht, lass es in uns brennen, lass es Feuer fangen und sich entzünden.

Gott, wir bitten dich, lass dieses Licht leuchten, damit wir den Weg finden zu dir und zu unseren Mitmenschen.

Amen.

 

Carmen Ammann, Religionspädagogin

Worauf warten wir eigentlich?

Warten ist urmenschlich… Und doch nehmen wir es meistens als lästig wahr, als Zeitfresser.

 

Einer Studie zufolge warten wir im Durchschnitt pro Jahr

 

  • 6 Stunden im Supermarkt vor der Kasse,

  • fast 7 Stunden im Wartezimmer für eine medizinische Untersuchung und

  • rund 40 Stunden warten wir im Strassenverkehr;

  • nur übertrumpft vom Bildschirm, vor dem wir weit über 100 Stunden pro Jahr warten.

 

Selbst wenn alles rund läuft, kommen wir Menschen nicht zur Ruhe. Wir warten – auf Freundschaft, eine neue Liebe, Glück, Wertschätzung, die Erfüllung unserer Träume. Wir Menschen sind Sehnsuchtswesen und es fehlt uns letztlich immer etwas.

 

Bald beginnt wieder die Adventszeit. Advent kommt aus dem Lateinischen und heisst bekanntlich «Ankunft». Wir feiern die Menschwerdung Gottes in der Person Jesus Christus, zugleich warten wir aber auch auf die Wiederkunft Christi am Ende der Zeit. Wir feiern also letztlich das Schon-und-noch-nicht. Jesus ist geboren, aber zugleich ist er noch nicht angekommen – nicht in all unseren Herzen. Sein Wirken ist Realität, aber sie ist noch nicht zu unserer Realität geworden.

 

Daher ist klar: Die Adventszeit geht uns alle an, sie ist nämlich höchst existentiell. Denn Warten betrifft unser Menschsein zutiefst. In jeder Leere, die wir verspüren, können wir zugleich die Fülle Gottes erahnen. Nicht der Konsum sättigt uns nachhaltig, sondern Beziehung, die uns Christus bedingungslos anbietet.

 

Christus wartet auf uns. Worauf warten wir eigentlich?

 

Pascal Eng, Pfarrer Zuchwil

 

 

 

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) ruft zusammen mit der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) in Zeiten der Coronavirus-Krise zu einem gemeinsamen Zeichen der Hoffnung auf

 

Die evangelisch-reformierte Kirche und die römisch-katholische Kirche in der Schweiz wollen in Zeiten der Coronavirus-Krise zusammen ein Zeichen der Verbundenheit, Gemeinschaft und Hoffnung setzen. Bis Gründonnerstag sollen im ganzen Land jeweils am Donnerstagabend um 20 Uhr Kerzen auf den Fenstersimsen entzündet werden. Die Menschen sind zum gemeinsamen Gebet eingeladen.

 

Ökumenische Aktion: Gemeinsam beten und Kerzen anzünden

Um ein Zeichen der Hoffnung und der Verbundenheit zu setzen, rufen die SBK und die EKS in einer gemeinsamen Botschaft alle Gläubigen auf, jeweils donnerstags um 20 Uhr eine Kerze anzuzünden und sie sichtbar vor einem Fenster ihres Hauses oder ihrer Wohnung zu platzieren und etwas zu beten, beispielsweise ein Vaterunser: für die am Virus Erkrankten, für die im Gesundheitswesen Arbeitenden und für alle Menschen, die angesichts der aktuellen Lage zu vereinsamen drohen.

 

«Für sie alle bitten wir um Gottes Beistand und drücken so unsere Verbundenheit mit ihnen aus», so der Präsident der SBK, Mgr. DDr. Felix Gmür.

 

Ein Lichtermeer der Hoffnung soll sich so durch das ganze Land ziehen. Diese Aktion dauert bis Gründonnerstag.

 

«Kirche ist mehr als ein Haus – sie ist ein Auftrag, für einander zu sorgen, in der Bedrohung jetzt erst recht», sagt der Präsident der EKS, Dr. Gottfried Locher.

 

Ökumenische Aktion: Gemeinsam die Glocken läuten

Die Sorge um die Menschen in unserem Land geht weiter: An Gründonnerstag sollen zum Abendgebet um 20 Uhr alle Glocken der beiden Kirchen läuten, ebenso am Ostersonntag.

 

Freiburg, 18.3.2020

Dr. Erwin Tanner-Tiziani

Generalsekretär

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Pastoralraum-Pfarrer a.i.

Beat Kaufmann

 

Röm.-kath. Pfarramt Zuchwil

Hauptstrasse 32

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Tel. 032 685 32 82

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